Archäologische Zone: Kölns Kulturdezernent Georg Quander regt Moratorium an

Ein Moratorium für die Planungen zum Projekt Archäologische Zone/Jüdisches Museum hat Kölns Kulturdezernent Georg Quander ins Gespräch gebracht. Vor der CDU-Fraktion beim LVR sprach sich der parteilose Kulturdezernent der Domstadt dafür aus, die Grabungen vor dem Historischen Rathaus in Köln zum Abschluss zu bringen, die weiteren Planungen aber so lange zurück zu stellen, bis alle offenen Fragen geklärt seien. Quander teilte die Bedenken der CDU-Fraktion beim LVR gegen einen Museumsneubau in Köln, wenn gleichzeitig aus finanziellen Gründen über die Schließung bedeutender Museen nachgedacht werde.

 

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion beim LVR, Rolf Einmahl, hatte Kölns Kulturdezernenten zum Thema Archäologische Zone/Jüdisches Museum in die Fraktion eingeladen. Der parteilose Quander gilt als ein Mann des offenen Wortes. SPD, FDP und Grüne im Rat der Stadt Köln haben erkennen lassen, dass sie Quander, dessen Wiederwahl im kommenden Jahr ansteht, nicht mehr ihre Stimme geben werden.

 

Im Landschaftsverband Rheinland haben SPD, Grüne und FDP entschieden, dass der LVR die Trägerschaft für das Projekt Archäologische Zone/Jüdisches Museum übernehmen soll. Geschätzte Kosten zurzeit: knapp sieben Millionen Euro im Jahr. Die CDU beim LVR hat sich mit Verweis auf die dramatische finanzielle Lage in Mitgliedskörperschaften des LVR gegen die Übernahme der Trägerschaft ausgesprochen. Dagegen regt sich jetzt auch heftiger Widerstand in den rheinischen Städten und Kreisen, die über ihre Umlage den Landschaftsverband Rheinland wesentlich finanzieren. In Protestbriefen und Resolutionen protestieren Landräte und Stadträte gegen die finanzielle Beteiligung des LVR. "SPD, Grüne und FDP beim LVR treiben den Spaltpilz in die Mitgliedskörperschaften", warnt CDU-Fraktionschef Rolf Einmahl. "Damit gefährden SPD, Grüne und FDP erstmals in der weit über 50-jährigen Erfolgsgeschichte des LVR die Solidarität der kommunalen Familie."