Organisationsuntersuchung im Sozialdezernat und im Jugenddezernat: Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

Aufgabenkritik und die Straffung von Arbeitsabläufen ist eine ständige Herausforderung für eine moderne Verwaltung. Dabei kann es sinnvoll sein, sich externen Sachverstands zu bedienen. Es kann aber auch ebenso sinnvoll sein, eine Organisationsuntersuchung "mit Bordmitteln" zu steuern. Das kann nicht nur Kosten sparen; ein Interner kennt die Strukturen im Haus erheblich besser schon aus eigenem Erleben. Aus diesem Grund hat der LVR jüngst eine Organisationsuntersuchung für sein größtes (!) und von einer grünen Dezernentin geführtes Sozialdezernat intern in Auftrag gegeben und abgeschlossen.

 

Nun steht das von einem CDU-Dezernenten geführte LVR-Jugenddezernat zur Untersuchung an. Doch statt auf die bewährten internen Prüfer zurückzugreifen, wird eine externe Vergabe erwogen. "Soll hier möglicherweise mit zweierlei Maß gemessen werden?" fragt sich der Sprecher der CDU-Fraktion im LVR-Ausschuss für Personal und Allgemeine Verwaltung, Frank Boss. Der Christdemokrat erinnert daran, dass der LVR zuletzt vor knapp eineinhalb Jahren gegen den Willen der CDU eine externe Organisationsuntersuchung im Rechnungsprüfungsamt in Auftrag gab. Kostenpunkt seinerzeit: 105.000 Euro (www.cdu.lvr.de).  Die jetzige externe Untersuchung wird mit 226.000 Euro noch weitaus teurer. Boss: "Bei Organisationsuntersuchungen darf es nicht um die politische Farbenlehre gehen. Ziel ist eine bürgernahe und möglichst effiziente und kostengünstige Verwaltung. Das ist der LVR seinen Mitgliedskörperschaften und den Menschen schuldig, die seine Dienste in Anspruch nehmen."