"Ein Ort bewusst getragener sozialer Verantwortung" - Burg Vogelsang findet endgültige Bestimmung

Über zehn Jahre nach der Freigabe des Geländes durch die belgische Armee hat die Burg Vogelsang jetzt nach mehrjährigem Umbau mit der Eröffnung der Dauerausstellung: "Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“ offiziell ihre neue Bestimmung gefunden. Über 1000 Gäste waren dazu in die Eifel gekommen. Am 1. Januar 2006 wurden Gelände und Gebäude für die Öffentlichkeit geöffnet. Zuvor war die Burg Vogelsang militärisches Sperrgebiet, das von der belgischen Armee, aber auch von Soldaten der NATO zu militärischen Übungen genutzt wurde.

 

 Der Landschaftsverband Rheinland hatte schon früh seine Bereitschaft signalisiert, dass er sich im Rahmen der regionalen Kulturpflege auch an der Aufarbeitung des Kapitels der NS-Ordensburg beteiligen wird. Heute bildet der LVR mit den umliegenden Kreisen, der Städteregion und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgien die Gesellschafterversammlung und hat in dieser Funktion auch seinen Beitrag zur Renovierung der NS-Ordensburg und zur Finanzierung der Dauerausstellung geleistet.

 

Unterstützt werde das Vorhaben durch die Europäische Union. Als Kultur- und Bildungszentrum ist Vogelsang angelegt als "ein Ort bewusst getragener sozialer Verantwortung. Das hier praktizierte Handeln ist geschichtsverantwortlich, nationalparkverträglich und denkmalgerecht" haben sich die Gesellschafter in ihren Leitlinien unter dem Titel: "Internationaler Platz im Nationalpark Eifel" zum Ziel gesetzt. Neben der Naturerfahrung stehe der Ort durch seine Kultur- und Bildungsangebote in bewusstem Kontrast zu seiner ursprünglichen Zweckbestimmung. Drei Themenfelder, Geschichte und Gesellschaft, Region und Europa und Natur und Nachhaltigkeit, sollen vielfältige Anregungen zur Reflexion, zum individuellen Ausdruck und zum Dialog eröffnen. (Foto: ©Vogelsang IP - Roman Hövel)